Kameravorstellung Zenit E

Als ich mit der analogen Fotografie angefangen hab, hatte ich absolut keinen Plan, auf was zu achten ist. Ich habe mich durch Stunden von YouTube-Material gesuchtet um etwas zu lernen. Dort gab es dann immer wieder die Behauptung, dass man unbedingt eine Leica braucht um vernünftige Bilder zu machen. Wenn man aber nicht gerade seine Bettwäsche mit Geldscheinen gefüllt hat, oder eine Bank überfallen möchte, dann ist eine Leica keine wirkliche Option…

Dann auf einmal war da ein Video, das sich auf eine Kamera bezog, welche günstig zu haben war bzw. ist. Die Rede ist von der Zenit E. Eine WAS? Genau… So ging es mir anfangs auch. Und völlig blauäugig bin ich dann auf die Suche nach einer solchen Kamera gegangen. Gefunden habe ich ein Exemplar, das mit einem Auto Pentacon 50mm f/1.8 Objektiv daher kam. Für 15€ plus Versand konnte ich nicht nein sagen. Ein paar Tage später kam dann also das Paket an und ich hielt sie in den Händen.

Einen Schönheitspreis gewinnt sie meines Erachtens nach wohl eher nicht. Sie ist klobig, liegt aber doch recht gut in der Hand. Jetzt hatte ich das Teil, wusste aber nicht, wie weiter. Was hielt ich da also in meinen Händen?

Die Zenit E ist eine voll mechanische, in der ehemaligen Sowjetunion in rauen Mengen hergestellte Spiegelreflexkamera mit einem M42-Anschluss (anfangs noch mit M39-Anschluss). Hergestellt wurde sie zwischen 1965 und 1981. Es wurden insgesamt ca. 8,5 mio. Exemplare gebaut.

Auf der Frontseite ist neben dem M42 Objektivanschluss noch die Selen-Zelle für die Belichtungsmessung. Bei vielen Exemplaren funktioniert sie nicht mehr, da sie im Laufe der Jahre ausgebrannt ist. Bei meiner Kamera hatte ich Glück und die Zelle ist noch in Ordnung.
Zudem ist auf der Vorderseite noch der Selbstauslöser und der PC-Sync Port für einen externen Blitz. Das war es dann auch schon auf der Frontseite.

Die Rückseite sieht recht karg aus. Nur die Klappe für das Filmfach, der Sucher und die Seriennummer. Die Seriennummer verrät zudem das Baujahr der Kamera. Meine Zenit E wurde 1974 gebaut, ist also schon 46 Jahre alt. Trotz des Alters funktioniert sie aber noch einwandfrei.

Kommen wir zur Oberseite. Hier finden sich die meisten Bedienelemente. Der Filmtransporthebel befindet sich auf der rechten Seite. Über dem Hebel findet man das Zählwerk, welches manuell eingestellt werden muss und den Auslöser. Weiter links ist der Knopf, mit dem man den Film löst, wenn man ihn zurück spulen möchte. Danach kommt dann das Zeiten-Einstellrad mit den 6 möglichen Werten B, 1/30s (ist auch die Blitzsynchronzeit), 1/60s, 1/125s, 1/250s und 1/500s.
Der Blitzschuh ist mittig angebracht. Dann, auf der linken Seite ist die Anzeige des Belichtungsmessers und die Einstellung des ASA- bzw. DIN-Wertes. Der Bereich geht von DIN 13 bis DIN 26 (entspricht ASA 16 bis ASA 320). Hier stellt man auch den Belichtungsmesser so ein, dass der Marker mit dem Nadelausschlag überein stimmt um eine korrekte Belichtung zu bekommen.

Bei vielen Kameras hat man beim Blick durch den Sucher Fokussierungshilfen wie einen Prismenring, einen Schnittbildindikator oder gar beides zusammen. Bei der Zenit E sucht man das allerdings vergebens. Fokussiert wird rein nach dem, was man durch den Sucher sieht.

Trotz des Gewichts von knapp 900 Gramm und der Klobigkeit ist die Zenit E eine tolle Kamera, mit der man durchaus gute Bilder machen kann. M42-Objektive sind zahlreich erhältlich und man muss nicht unbedingt viel ausgeben um vernünftige Linsen zu bekommen. Empfehlen kann ich auf jeden Fall das Helios 44M und das Pentacon Auto 2.8/135 MC.

Es folgen noch ein paar Bilder, die ich mit der Zenit E gemacht habe:

Veröffentlicht von blendenprioritaet

Ich bin Sven, geboren und aufgewachsen in Hannover und nun seit fast 20 Jahren in Hessen wohnhaft. Ich liebe die Fotografie und sammle (und benutze) gern alte Kameras. In 2019 hab ich zudem angefangen SW-Filme selbst zu entwickeln. Es macht riesig Spaß, den kompletten Prozess in der Hand zu haben und steuern zu können.

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