Vom russischen Schwergewicht der vorherigen Vorstellung geht es heute weiter zu einer eher subtileren und leichteren Kamera. Die Rede ist von der Minolta Hi-Matic F. Sie ist das komplette Gegenteil der Zenit E.
Man kann halt nicht immer die 900g plus Objektiv mit sich herumtragen. Es sei denn, man möchte neben der Fotografie gleich noch etwas den Muskelaufbau vorantreiben 😊
Die Minolta Hi-Matic F ist eine Messucher-Kamera aus dem Jahr 1972, die in einer sehr kompakten Bauweise daherkommt. Mit 113 x 73 x 54 mm ist sie klein, aber doch recht handlich, zumindest solange man keine Riesenhände hat. Und sie wiegt (ohne Batterien) nur 350g.

Vorne an der Kamera ist logischerweise das Objektiv (in diesem Fall ein fest verbautes Rokkor mit einer Brennweite von 38 mm und einer maximalen Offenblende von 2.7). Am Objektiv selbst befindet sich am unteren Rand die Einstellung des ASA-Wertes mit einer Range von 25 – 500. Oben am Objektiv ist der Sensor für den Belichtungsmesser angebracht. Somit muss man nicht viel nachdenken, wenn man einen Filter anbringt. Die Belichtungsmessung ändert sich automatisch je nach verwendetem Filter. Der Fokusring ist um das Objektiv gelegt. Der Einstellweg ist recht kurz, was schnelles Fokussieren ermöglicht. Es handelt sich natürlich um einen manuellen Fokus. Die Naheinstellgrenze liegt bei 0,8 m. Zudem ist ein Ring vorhanden, um die Blitzleitzahl einzustellen.
Links und rechts am Gehäuse befinden sich Ösen zur Befestigung eines Kameragurtes.

Die Rückseite ist recht simpel gehalten. Es gibt eine Klappe für die Filmkammer, den Sucher und einen Knopf zum Testen der Batterie. Das war’s.

Unten an der Kamera befindet sich ein Stativgewinde, die Klappe für das Batteriefach und etwas tiefer eingelassen, ein Knopf zum Lösen der Sperre, wenn man den Film zurückspulen möchte.

Oben, von links nach rechts geschaut, findet man zuerst die Kurbel zum Zurückspulen des Films (und zum Öffnen der Rückklappe, wenn diese hochgezogen wird), einen Hotshoe, die Batteriekontrollleuchte, die aufleuchtet, wenn man den Knopf auf der Rückseite drückt, den Auslöser (mit Gewinde zum Anbringen eines Kabelauslösers), den Filmtransporthebel und das Zählwerk.
Fotografieren mit der Hi-Matic F ist denkbar einfach. Film einlegen, ASA-Wert an der Vorderseite der Kamera einstellen und losfotografieren. Das Fokussieren über den Sucher funktioniert gut. Man hat in der Mitte eine gelbe Markierung, in die ein zweites Bild eingespiegelt wird. Mithilfe des Fokusrings stellt man so ein, dass beide Bilder identisch übereinander liegen. Dann den Auslöser betätigen und fertig.
Das Thema Batterien ist ein heiß diskutiertes im Internet. Normalerweise hat die Hi-Matic F zwei PX640 Batterien aufgenommen. Da es diese aber nicht mehr gibt, muss ein Ersatz her. Viele schwören auf Hörgeräte-Batterien des Typs 675, die mit 1,4 V recht nah an die 1,35 V der ursprünglichen Quecksilber-Batterien herankommen. Die Lebensdauer dieser Batterien soll aber wohl recht kurz sein. Ich selbst nutze LR44 Batterien (1,5 V). Von der Größe her sind diese natürlich kleiner als die PX640. Zwei LR44 Batterien hintereinander eingelegt, geben die richtige Höhe für eine Seite. Für die andere Seite habe ich mir einfach ein Stück Alufolie zurecht gefriemelt. So läuft die Kamera. Einzig der Belichtungsmesser scheint etwas andere Werte anzuzeigen, was ich aber durch eine Korrektur am ASA-Wert kompensiere. Ich gebe den Filmen einfach eine Blende mehr Licht.
Fakten:
Typ: Messsucher-Kamera
Baujahr: 1972
Filmformat: 24 x 36 mm (135er Film)
Fokussierung: Manuell
Verschluss: Elektronischer Zentralverschluss
Verschlusszeiten: 4s bis 1/724s
Objektiv: Rokkor 38mm, f/2.7
ASA-Range: 25 – 500
Die Minolta Hi-Matic F ist eine kleine, leichte Immer-Dabei-Kamera. Dank der kompakten Abmessungen hat sie in der Jackentasche Platz. Sie ist ideal für Street-Fotografie, da sie kaum auffällt. Auch das Geräusch beim Auslösen ist kaum wahrnehmbar. Sie wirkt fast wie ein Spielzeug, jedoch täuscht dieser Eindruck. Die Verarbeitung ist solide und das 38mm Rokkor-Objektiv bildet schön scharf ab. Mit dieser Kamera gemachte Bilder folgen noch 😊